• Projekt:
  • Fluss- und Auenrenaturierung                 Werraaue zwischen Frankenroda und Falken

  • Auftraggeber:
  • Freistaat Thüringen vertreten durch die Stiftung Naturschutz Thüringen

  • Ausführungsjahr:
  • 2013 - 2014 (Spatenstich 10.10.2013)

  • Projektleitung:
  • BGL Ines Andraczek

  • Mitarbeiter:
  • Ingenieurbüro Meinecke GmbH Nordhausen

    Bauausführung:
    GAI mbH Niedersachswerfen


Bilder zum Projekt

1995 wurde das Büro für Grün- und Landschaftsplanung vom Freistaat Thüringen mit dem Projekt "Nutzungs- und Entwicklungskonzeptes Werraschleife in der Werraaue zwischen Frankenroda und Falken" beauftragt. Es war damals der erste Auftrag des Landschaftsplanungsbüros. Die Planungen wurden unter Mitarbeit des Naturparkes "Eichsfeld-Hainich-Werratal" langfristig umgesetzt und es gelang, für den Freistaat Thüringen zwischen Frankenroda und Falken 38,6 ha Flächen anzukaufen, um diesen Gewässerabschnitt für die Belange der Flussgebietsentwicklung zu sichern.

2012 nahm sich die Stiftung Naturschutz Thüringen der Weiterentwicklung der bereits bestehenden Planungen an und beschloss im Stiftungsrat, eine Eigenprojekt zur Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen in der Werraaue bei Frankenroda mit Mitteln aus der Ausgleichsabgabe durchzuführen. Die von der Stiftung Naturschutz beauftragte Variantenplanung des Büros für Grün- und Landschaftsplanung mündete in einer Ausführungsplanung für die bauliche Veränderung der Werraaue bei Frankenroda. Die Planung wurde in der Öffentlichkeit breit diskutiert und fand die Akzeptanz der Bürger, der Gemeinde und der bewirtschaftenden Betriebe. Ziel war es, durch die Aufweitung des Fließgewässerquerschnitts der Werra in einem Teilbereich das Kastenprofil der Werra in ein naturnahes Flussprofil mit vielfältigen Strukturen umzuwandeln und der eigendynamischen Entwicklung neuen Raum zu geben. Neben der Werraaufweitung wurde im Rahmen des Projektes "Fluss- und Auenrenaturierung Werraaue Frankenroda" die Instandsetzung des Mönches am Teich jenseits der Probsteizella sowie die Entschlammung des Teiches und die Schaffung eines Teichüberlaufes durchgeführt.

Die Baumaßnahmen an der Werra begannen im Oktober 2013 mit dem Spatenstich durch den Minister des Freistaates Thüringen und wurden im Mai 2014 beendet. Der Freistaat Thüringen finanzierte die Gesamtmaßnahme aus Mitteln der Ausgleichsabgabe über die Stiftung Naturschutz Thüringen und aus Kompensationsmitteln für den Hochwasserschutz Eisenach der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie.

2015 wurde das Projekt unter dem Namen "Am wilden Fluss - die Werra einmal anders" von den Vereinten Nationen im Rahmen der Dekade "Biologische Vielfalt" als nachahmenswertes Projekt ausgezeichnet. Dass die Ufer der Werra vor langer Zeit tatsächlich sehr flach und breit gewesen sind, zeigte sich bei den Baggerarbeiten im Untergrund. Etwa in 2 m Tiefe kamen Schichten mit schwarzem Schlick und Holzresten sowie Kieshorizonte mit zahlreichen Resten von drei verschiedenen Muschelarten zu Tage. Es handelte sich dabei um fossile Reste der Arten Bachmuschel (Unio crassus), Malermuschel (Unio pictorum) und Große Flussmuschel (Unio tumidus). All diese Arten gibt es heute in der Werra nicht mehr.

Seit dem Ende der Baumaßnahmen verändert sich die Werraaue ständig. Die Werra nagt an den Ufern und Inseln und lagert Kies und Schlamm ab. Mehrmals im Jahr fließt bei allen hohen Wasserständen der Werra das Flusswasser in die Aue und vernäßt die Wiesen. In den Mulden bleibt das Wasser lange Zeit stehen, erwärmt sich und bietet Amphibien, Vögeln und Insekten interessante Lebensräume. Die Kammmolchbestände haben sich bereits im ersten Jahr vervielfacht - ein gutes Zeichen, denn der Kammmolch lebt traditionell in den Niederungen der Flussauen, ist inzwischen aber sehr selten geworden. Seit Anfang 2016 ist auch der Biber wieder an diesem Flussabschnitt zu finden.

naturpark-ehw.de 26.03.2013

thüringer-allgemeine.de 11.10.2013

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Artikel TA 30.07.15